Wenn zwei eine Reise tun… Dann können Sie was erzählen.

1.700 km – Autobahn, Landstraße, Tunnel, Pässe und geteerte Feldwege

Viele Eindrücke sammelten sich in Amberieu und auf dem Hin- und Rückweg. Fangen wir dem positiven an:
Hinweg:
Riedbergpass – lange nicht gefahren, schön „hochgewedelt“ und bis auf die Baustelle alles in Ordnung. In der Baustelle haben die Radler natürlich nicht an der roten Baustellenampel angehalten und sind einfach durch gefahren. Faschinajoch – So wie vom letzten Jahr in Erinnerung, ohne besondere Vorkommnisse in Feldkirch angekommen, in Feldkirch dann Stau bei ca. 30° C. Von Feldkirch aus dann auf Schweizer Autobahn bis hinter Chur. Stressfreier, zügiger und kühler als auf der Landstraße. Weiter auf Landstraße wo eine große Gruppe Harley Davidson’s die nächste Tankstelle anfuhr. Glück muss man halt haben, da so freie Bahn auf den Oberalppass und herunter nach Andermatt bestand. Furka- und Grimselpass – Ganz viele Kurven, verlassene Gebäude, Ausblick auf den Rhonegletscher und wieder eigentlich freie Fahrt, so dass die Kurven voll ausgekostet werden konnten. Brünigpass – Ende des schönen Tages und der freien Strecke, an der Steigung Baustelle und hinter einem Reisebus festgehangen, nur die letzten 5 kurven konnten noch genossen werden. Auf der Passhöhe im Restaurant Waldeck übernachtet - mit 25 € fürs Käsefondue mit Nachschlag und 5 € für die halbe Bier.
Brienzer- und Thuner See
Gleich am frühen Samstagmorgen ging es vorbei an den beiden Seen zum Simmertal und den kleinen Pässen Saanemöser und Les Mosses. Auf der Suche nach einer „normalen“ Tankstelle ohne Tankautomat wurde man erst in Zweisimmen fündig. Durch das Rhonetal bei Monthey ging es zum nächten Pass, dem Pass de Morgins. Damit war das schöne Fahren vorbei. Fortan beherrschte ein Schild den Straßenverlauf „Chausse deforme“ was wir in Deutschland als Straßenschäden bezeichnen würden. Wobei deformiert es wirklich traf. Durch Unterspülungen oder was auch immer nahmen die Straßen teilweise bizarre Formen an. Nach knapp 30 Kilometern wurden die Rüttelstrapazen belohnt und die Verbindung über La Vernaz mit 8 km Kurven am Stück eingeschlagen. Danach ging es allerdings mit den Rüttelstrapazen weiter und zwar so, das gleich mal ein Navi den Dienst verweigerte und in eine Hofeinfahrt lotste. Es wurde dann das Navi des zweiten Motorrads bemüht, welches eine Strecke mit besseren Bedingungen fand und die Maschinen samt Fahrer direkt durch Genf schickte - bei ca. 34 °C.

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    In Amberieu
    Von Genf aus führte eine breite, recht kurvige Strecke in Richtung Amberieu, welche mit 39°C aufwartete. Amberieu ist von der Einwohnerzahl mit Mering gleichzusetzen, allerdings mit gefühlt dem doppelten Flächenbedarf. Vom Hotel zum Bierzelt waren es knapp 3 km zu laufen, was dazu genutzt wurde sich Amberieu etwas anzuschauen. Es machte den Eindruck eines nicht sehr lebendigen Ortes, zumal auch auf dem gesamten Weg kein einziges Bistro, Kneipe oder sonstiges zum Verweilen einlud. Im Bierzelt wurde dann seitens der Feuerwehrkapelle mächtig Stimmung gemacht, so wie es im Meringer Bierzelt nur Partybands schaffen.
    Zum YouTube Video:
    Rückweg
    Am Sonntag stand der Rückweg auf dem Programm, der dem Zustand eher asphaltierten Feldwegen glich. Es ist unverständlich wie es einige Wege in die Kategorie Straße schaffen. Nach ca. 1 Stunde kamen dann aber wieder vorübergehend bessere Bedingungen um aber bis zur schweizerischen Grenze wieder Feldwegqualität anzunehmen. Kurz vor der Übernachtungsankunft in Gsteig bei der Abfahrt vom Col du Pillon war es auch eher eine Offroad-Einlage als eine Straße. Für Montag standen wieder die bekannten 3 hohen Pässe auf dem Programm, allerdings nicht so entspannt wie auf dem Hinweg.
    Besonderes:
    Auffahrt Grimsel - An die Fahrerin der grünen Kawasaki 750: Wenn du keine Kehren fahren kann dann lerne es bitte, für Aufrecht und ohne Seitenneigung sind Motorräder eigentlich nicht gedacht. Abfahrt Grimsel - Das Päarchen auf der GS mit der zierlichen Sozia: Wenn ihr die Gegend bewundern wollt, macht das wenn das Motorrad steht und nicht während der Fahrt, die Konzentration sollte auf der Straße liegen. Ab Passhöhe Furka - Bis dahin war alles leer: Es wird um Erklärung gebeten. Die Ostseite des Furkapasses hat eine Straßenbreite an vielen Stellen von gerade einmal 4 Metern. Es ist absolut unverständlich warum diese Route von Wohnmobilen mit einer Breite von 2,5 Metern befahren wird. Besonders interessant wenn sich 2 Wohnmobile gegenüber stehen und nicht weiterkommen. Motorräder kommen zwar an diesem Stau vorbei, aber schönes Fahren ist anders. Oberalppass von Andermatt aus: Da steht ein Schild: Ab Passhöhe für Anhänger verboten. Warum fährt dort jemand mit dem Wohnwagen im Schlepptau rauf, Campingplatz ist dort oben keiner. Oberalppass Abstieg nach Chur: Zwei Reisebusse nacheinander, wenigstens haben sie die Fahrzeuge, speziell die Motorradfahrer durchgelassen. Danach gings, bis auf einen LKW, der am Faschinajoch zurücksetzen wollte, problemlos zu.
    Fazit:
    Wenn nochmals eine Motorradtour nach Amberieu stattfinden sollte, dann nur über französische Bundesstraßen - alles andere ist für Mensch und Maschine eine Zumutung.
    Besonders dieser Teil ist zu vermeiden.
    Auch sollte aus Kostengründen nicht in der Schweiz übernachtet werden.