Rolling Thunder 1999

Auch nach dem Reinfall vom letzten Jahr haben wir uns dazu entschlossen, auch 1999 wieder zum Rolling Thunder nach Moorenweis zu fahren. Los ging es damit, wie bringen wir Feldis Bus nach Moorenweis. Schnell auf die Idee gekommen, dass man in einem abgeschleppten Fahrzeug keine Fahrerlaubnis braucht, wurde der Bus nach Moorenweis geschleppt. Hier bekamen wir auch wieder unseren alten Platz an den Bäumen, aber auch mit demselben schlechten Wetter wie im letzten Jahr. Nachdem die Busse geparkt waren und die Plane gespannt, wurde der Pisspage abgeladen. Da der Boden durch den andauernden Regen nun immer weicher wurde, machte das Driften immer mehr Spaß. Es wurde auch schon das erste Mal das Abschleppseil ausgeliehen, um die feststeckende Karre herauszuziehen. Alle am Freitag noch ankommenden Mitglieder kamen jedoch zu unserem Camp ungehindert durch. Am sehr späten Abend, als wir alle schon im Bierzelt oder in dessen Nähe waren, kam dann noch Dieter an. Das Ergebnis sah man dann am nächsten Tag. Im Bierzelt war Lothar so gut drauf, dass er mit seinen Drumsticks permanent auf den Maßkrug und die Bühnenumrandung einschlug. Nach ca. 2 Stunden war der Abend für die Drumsticks gelaufen und am nächsten Tag wurden diese verschürt.
Zur Pflege des Geländes und Auf- und Abbau des Bier- und Barzeltes sowie der Stände hatten sich die Veranstalter wie bereits in den letzten Jahren einen allradgetriebenen Teleskopstapler ausgeliehen. Dieser versuchte am Freitagabend, Dieter herauszuziehen. Soweit kam es aber gar nicht, da er es schaffte, sich aus eigener Kraft ohne dass er jemanden herausziehen wollte, bis zur Achse mit allen vier Rädern einzugraben. Als man morgens aus seinem Zelt oder Bus herauskroch, konnte man bei dem Anblick des abgesunkenen Gefährtes beinahe seinen Augen nicht mehr trauen. Im Laufe des Vormittags kamen immer mehr Schaulustige, um sich die Kuriosität anzusehen. Zwischenzeitlich versuchten dann die Veranstalter, das Gefährt mit Bulldog und Radlader freizubekommen, was allerdings ein kompletter Fehlschlag werden sollte. Am Sonntag, als wir die Party verließen, stand die Karre immer noch so da. Mittlerweile kamen dann auch Holger und Tommy an. Tommy wurde von uns sofort mit Schneeketten ausgerüstet, so dass er es schaffte, bis zum Lager durchzukommen, ohne stecken zu bleiben. Nachdem das beim ersten mal so gut klappte, versuchte Tommy dann, zu Holger zu fahren, der stecken geblieben war. Eine zweite Fahrt durch den Morast war aber nicht möglich. Mit dem vom Veranstalter inzwischen zur Verfügung gestellten Bulldog zogen wir dann Holger, Tommy und auch Dieter wieder auf festen Untergrund.
Zwischenzeitlich wurden natürlich von allen immer wieder Ausflüge ins Gelände unternommen, teils zu Fuß, teils mit Pisspage, wobei wir mit unserem Gefährt immer sehr wohlwollende und lobende Blicke ernteten. In einem Fall wollte sich sogar der weibliche Teil des Telekom-Standes unbedingt mit uns ablichten lassen. Da sie allerdings Befürchtungen zu haben schien, vom Beiwagenfahrer nicht mehr hochzukommen, bevorzugte Sie als Sitzplatz doch den Fahrer. Zum späteren Nachmittag hin wurde dann auch das Wetter besser und die ersten Attraktionen kamen zum Vorschein. Am besten zu sehen und zu hören waren die schwedischen Besucher, die mit Hilfe einer Bierbank versuchten, so schnell als möglich mit viel Qualm den Hinterreifen ihrer Harley aufzulösen. Einige Fahrer mussten bereits auf ihre Maschine gesetzt werden, da eigenes Bewegen fast nicht mehr möglich war. Nebenan versuchte sich ein weiterer Flüssigkeitsvernichter, in der eigens angelegten Schlammkuhle die umstehenden Leute ebenso mit Schlamm zu verschmutzen wie sich selbst. Am Abend kam dann der Rolling Thunder bei dem es sich die Beteiligten nicht nehmen ließen, nicht nur Lärm sondern auch Dreck zu machen. Inzwischen fand ein inoffizieller Wettbewerb statt "Wer wirft den Schlamm mit seinem Hinterrad am weitesten". Zusätzlich versuchte einer mit seinem Dnepr Gespann einen neuen Rundenrekord durch das Bierzelt aufzustellen. Nach der Schlamm- und Motorenschlacht zogen wir uns fürs erste in unser Lager zurück, um uns für den restlichen Abend zu stärken.

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    vorgerückter Stunde fanden wir uns alle im vorderen Bereich des Bierzeltes ein. Hier verpaßten wir leider gerade "Coverboy" die als erste Band des Abends mächtig einheizten. Bevor dem Zelt einer Feuershow noch mehr eingeheizt wurde, kam zuerst der Schlammwerfer vom Nachmittag mit einem Strip zu einem nochmaligen Auftritt. Unter anderem fand an diesem Abend im Bierzelt ein Wettbewerb im Armdrücken statt. Hier nahm auch unser Holger teil, der allerdings den Nachteil hatte, dass er mit Links drücken musste und daher schon in der ersten Runde ausschied. Wahrscheinlich zur Ermunterung von weiteren Teilnehmern wurde dann Chivas Regal ausgegeben. Bei der Bettelei um denselben segnete leider die Tasse des Schriftführers das Zeitliche und musste am nächsten Morgen erneuert werden. Gegen Mitternacht folgte dann pünktlich die Stripshow, bei der sich einige von uns wieder beste Plätze gesichert hatten und die Damen auf der Bühne bei entsprechender Bettelei tiefe Einblicke an allerlei Stellen gewährten. Am Sonntag sind wir wieder mit einer Bierbank mehr zur Halle zurückgekehrt. Dort wurde der Schaden des Pisspagen begutachtet, nachdem wir ca. einen ½ cbm Moorenweiser Baugrund entfernt hatten. Es stellte sich heraus, dass sich die Kupplung wegen Ölmangels und Überhitzung in Wohlgefallen aufgelöst hatte. Inzwischen ist der Schaden weitestgehend behoben und eine Hubraumvergrößerung auf 133 ccm erfolgt. Zusätzlich hat der Pisspage jetzt - nach den erneuten Erfahrungen in dem Moorenweiser Schlamm - einen entsprechend grobstolligen Hinterreifen mit genügend Traktion auch auf schlammigem Untergrund. Das einzig Störende in Moorenweis in diesem Jahr war der nochmals höhere Eintritt von 45,- DM für das gesamte Wochenende. Die Musikbands waren heuer wieder wesentlich besser als 1998, besonders mit dem Auftritt von Ten Years After und guten Coverbands konnte eine gute Stimmung erzielt werden. Wir hoffen, dass im nächsten Jahr der Eintritt nicht schon wieder teurer wird, da viele das für nicht mehr vertretbar halten.