Brauereibesichtigung auf Schloß Kaltenberg

Jetzt gibt’s in Mering keine einzige Gaststätte mehr, die Kaltenberger Bier ausschenkt, jedenfalls nicht vom Fass. Also was tun? Wir haben uns beschwert, mit einem Filserbrief:
Kaltenberger Bier für Mering - Schee war de Zeit als des Bier no dunkl' und da Prinzregent ...
Vaehrter Prinzregent, da net blos in unserm Verein des Kaltenberger Bier zum Durschtlöschn und bei jeda Glegenheit drunga wird, san mia stinksaua, weil's in Mering jetza koa Wirtschaft mehr gibt, die dei Kaltenberger Bier hod. Seit 70 Joar hods beim Schlosserwirt a Kaltenberger geb'n bis so a deppada Bierverkäufer – zwengs Marketing oda so – dene Wirte Bierverträge aufschwatzn woid, ois Gegnleistung dafüa, hätt's aba ewig dauert bis's Glasl'n und Biafuizln kraigt hätt'n. Klar das de Wirt deswegn andere Brauerein nemman. Die Gäst' dad'n natürlich liaba des Kaltenberger dringa, ois des Bislwassa wo jetza ausgschengt wird. Des hoast, dass die Wirt leider wegan bessern Service von de andern Brauerein auf'n Ausschank vom Kaltenberger vazichtn. Mia woin aba in Zukunft wida a gscheids Bier. Wennst no Fragen' hast, ruaf uns o, vielleicht kemma dann irgendwia zsamma, weil wia gsogt, schee war de Zeit, ois des Bier no dunkl', de Madl'n fesch und da Luitpold Prinzregent war ... na, schee wird de Zeit, wenn’s dank 'm Prinzregent Luitpold wida a Kaltenberger in Mering gibt. Prost OMC Mering P.S.: Wia wuistn Du mit Deim Bier auf'd Wiesn komma, wennst as net amoi schaffst Bier nach Mering zum liefern?
Den Brief hat übrigens die bajuwarische Kollegin des Schriftführers verfasst. Als Antwort erhielten wir eine Richtigstellung der Tatsachen aus Sicht des Prinzen und eine Einladung zur Brauereibesichtigung, der wir natürlich nur zu gerne Folge leisteten. Am Vortag rief der Vertriebsleiter an und teilte uns mit, dass der Prinz leider verhindert sei, die Brauereibesichtigung aber trotzdem stattfindet. Wir hatten uns vom Busunternehmen Schlemmer einen Bus samt Fahrer gemietet und fuhren vom "Berlau" in Richtung Kaltenberg. Der Busfahrer legte dabei ein sehr flottes Tempo an den Tag. Auf Kaltenberg angekommen mussten wir feststellen, dass von den geplanten und zugesagten 30 Teilnehmern nur 22 übrig geblieben waren. Wir wurden vom Braumeister und dem Vertriebsleiter begrüßt und durch die Brauerei geführt. Hier bekam man die Herstellungs- und Lagerungstemperaturunterschiede deutlich zu spüren: Im Keller, der 10 Meter im Fels unter dem Schloß liegt, waren es nur 2 Grad über Null, während es in der Filterabteilung bestimmt 25 Grad waren. Uns wurde erklärt, dass die auf der ganzen Welt verteilten Kaltenberg-Lizenzbrauereien grundsätzlich mit den gleichen Rohstoffen wie in Kaltenberg brauen, mit Ausnahme des Wassers, das natürlich vor Ort beschafft werden muss. Anmerkung: In Deutschland werden 400.000 Hektoliter Kaltenberger gebraut, im Ausland 550.000. Zum Ende der Besichtigung kamen wir dann an den Filtern und der Fass-Abfüllanlage vorbei.

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    Danach wurden wir in der Brotzeitstube erwartet, wo uns ein guter Leberkäs mit nicht ganz so guten Brezen und Semmeln serviert wurde. Da wir aber hauptsächlich wegen des Bieres da waren, konnten wir letztere mit reichlich Flüssigkeit herunterspülen. Wir bekamen dann das Gästebuch überreicht mit der Bitte, uns darin zu verewigen - interessant, wer vor uns schon alles da war. Im Gegenzug übergaben wir unsere beiden Jahrbücher, damit man sich auch ein Bild von uns machen konnte. Gegen 21 Uhr beschlossen wir, in die Ritterschwemme überzuwechseln, nachdem wir es geschafft hatten, das Fass Dunkle in der Zapftheke zu "vernichten". Im Biergarten der Ritterschwemme wurden wir bereits erwartet und setzten dort die reichliche Zufuhr flüssiger Nahrung in lustiger Runde fort. Hierzu kam dann noch eine sehr reichhaltige Ritterplatte, so dass sich jeder für den Heimweg stärken konnte. Bei einigen von uns hinterließ die "vermehrte Flüssigkeitsaufnahme" doch recht deutliche Spuren. Nichtsdestotrotz wollte auf dem Heimweg auch noch das inzwischen warme Bier aus dem Bus getrunken werden, beim Schriftführer freilich wollte es auch gleich wieder raus - glücklicherweise außerhalb des Busses. Bis zur Ankunft in Mering gab es ansonsten keine weiteren Zwischenfälle.